2018 LODE_PORT

 

Sommer Akademie

2018 LODE_PORT Flyer © TU Dortmund 2018 LODE_PORT Flyer

URBAN INTEGRATION Von der ummauerten Stadt zur integrierten Stadt

Die Zukunft von Zollverein und Umgebung neu gestalten

Das Ruhrgebiet ist mit seinen 53 Kommunen und über fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Metropolregion Deutschlands. Es hat vielfältige städtische Transformationsprozesse durchlaufen, der wichtigste davon war der Strukturwandel von einer montanen zu einer auf Bildung und Dienstleistungen basierenden Wirtschaft. Das Jahr 2018 markiert einen Meilenstein in diesem Prozess, in dem die letzte Zeche in der Region stillgelegt wird. Zum einen müssen sich mehrere Bergbaureviere im Ruhrgebiet neben den Zechen mit den Herausforderungen des Strukturwandels, wie hohe Arbeitslosigkeit, Leerstand, Abwanderung, Schrumpfung, auseinandersetzen. Auf der anderen Seite stehen der Bedarf an visionären städtebaulichen Anpassungen, die Nachfrage nach Wohnraumangebot, innovative Bildungslandschaften und attraktive öffentliche und Freiräume als Chance, die rückläufigen Quartiere zu florierenden Quartieren umzugestalten. Mit dem Schwerpunkt auf der städtischen Integration versucht der Workshop, die Komplexität dieser Herausforderungen durch einen integrierten und transdisziplinären Ansatz anzugehen, der vielfältige, integrative und multiskalare Entwurfsstrategien in einem spezifischen Kontext ermöglicht. Darüber hinaus nähert sich der Workshop dem Ruhrgebiet als Inkubator für urbane Experimente und konzentriert sich auf Essen Zollverein und seine Umgebung.

Die formale Zeche Zollverein liegt im Nordosten der Stadt Essen. Sie war während der Industrialisierung einer der wichtigsten Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern der Region. Nach einer ungewissen Zukunft seit der Schließung 1988 wurde Zollverein im Dezember 2001 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen und ist heute als attraktives Industriedenkmal der Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus wurde von Rem Koolhass und OMA ein Masterplan für das Gelände entwickelt, der bis 2010 fertiggestellt wurde. Der Masterplan sah ein Band um das Gelände vor, die "ummauerte Stadt".  Nach dem Masterplan "Mauerstadt" wurde 2010 mit dem Masterplan "Emscher Landschaftspark" ein regional-grünes Korridornetz formuliert, das heute ein wichtiges System offener Grünflächen darstellt, Zwischenräume, die ein Ausgangspunkt für ein integriertes Stadtkonzept sein könnten; wobei die Zwischenräume Zollverein zu seiner Umgebung und seine Umgebung zu Zollverein öffnen. Doch kann eine Grünverbindung allein die rückläufigen Quartiere zu florierenden Quartieren formen? Im Rahmen von "Von der Walled City zur Integrierten Stadt" wird eine kritische Haltung zum Masterplan eingenommen und konkrete Fragen zur räumlichen Gestaltung und zum strategischen Management der städtebaulichen Integration im Kleinen und deren Übertragbarkeit verfolgt. Dazu sollen vier Themenbereiche entwickelt werden, wobei der Schwerpunkt auf neuen Allianzen oder Mischformen zwischen ihnen liegt:

  • Gestaltung von Bildungslandschaften zur Bewältigung des Strukturwandels
  • Urbane Integration durch öffentliche + Freiraumgestaltung als Rückgrat für städtische Experimente
  • Konzepte für innovative Wohnformen in einem räumlich und sozial integrierten Kontext zu entwerfen, um integrative Nachbarschaften zu fördern
  • Integration von Produktion oder innovativen Unternehmensformen in rückläufigen Quartieren als Entwicklungsimpuls

Die Gestaltungsergebnisse werden am 28. Mai im Rudolf-Chaudoire-Pavillon der Öffentlichkeit präsentiert. Im Rahmen der Veranstaltung werden Präsentationen und eine Fishbowl-Diskussion zum Thema Urban Integration stattfinden.

Termine

22. Mai bis 27. Mai 2018: Workshop
28. Mai 2018, 9 bis 12 Uhr: öffentliche Design Besichtigung