Die Produktion von Ankunftsquartieren

  Vorgarten mit Eingangsbereich zu einem Mehrfamilienhaus © nwb  

Zur Rolle des Wohnungsbestands und seiner angebotsseitigen Dynamiken für die sozialräumliche Segregation und den sozialen Zusammenhalt

Auftrag: Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW)
Laufzeit: November 2018 bis Mai 2019

Das Projekt untersucht Spezifika des Wohnungsbestands, welche die Entstehung und weitere Dynamik von Ankunftsquartieren beeinflussen. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Zusammenspiel spezifischer Nachfrage- und Angebotssituationen die Entstehung und Fortdauer der Ankunftsquartiere entscheidend mitgestaltet.

Gegenwärtig liegen kaum Studien vor, welche die Art und Beschaffenheit des Wohnungsangebots in Ankunftsquartieren und die auf Zuwanderung und steigende Diversität reagierenden Strategien diverser Wohnungsanbieter analysieren. Der bestehende Literaturkorpus ist unübersichtlich und weist diverse Forschungslücken auf.

Im Zuge einer Literaturrecherche werden Forschungsergebnisse aus Deutschland und Europa ausgewertet, um ein kohärentes Bild der Forschungslandschaft sowie den Stand der wissenschaftlichen Kenntnis zum Thema abzubilden.

Dabei werden methodische Zugänge zur Erfassung von Zusammenhängen zwischen gebauter Umwelt und ihren Nutzungsrahmenbedingungen einerseits und der sozialen Dynamik am Beispiel der Ankunftsquartiere näher betrachtet.

Fragekomplexe

  • Welche Bedeutung spielen wohnräumliche Strukturen für die Entstehung von Ankunftsquartieren?
  • Welche baulich-räumlichen Spezifika weisen Ankunftsquartiere im Bereich Wohnen im Vergleich zum jeweiligen Stadtgebiet sowie zu anderen migrantisch geprägten Stadtteilen auf?
  • Wie haben sich diese im Verlauf der Zeit verändert?
  • Welche Bedeutung spielen Verwertungsstrategien, Bestandsentwicklung, Vermietungs- und Belegungspraxis unterschiedlicher Wohnungsanbieter für die Entstehung spezifischer Wohnungsmarktsituationen und -rahmenbedingungen?
  • Wie können relevante Mechanismen und Praktiken zukünftig besser erfasst werden?

Es werden Eigenschaften des Bestands, seiner Eigentumsstrukturen und angebotsseitige Mechanismen der Wohnungszugänge herausgearbeitet, die unter den spezifischen Rahmenbedingungen des Ankunftsquartiers zur residenziellen Segregation beitragen und den sozialen Zusammenhalt beeinflussen.

Die Rolle und Wirkung relevanter stadtentwicklungspolitischer Instrumente bzw. Praktiken wird in diesem Zusammenhang ebenfalls in den Fokus genommen. Dabei sollen Akteurskonstellationen und Formen der formellen und informellen Zusammenarbeit, mit besonderem Blick auf unterschiedliche Wohnungsanbieter, betrachtet werden.

Kontakt

Heike Hanhörster

Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung

Kontakt

Nils Hans

Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung