Home Sharing

  sitzende Menschen vor einem alten Café-Stand © nwb  

Auswirkungen von Kurzzeitvermietungen auf die lokalen Wohnungsmärkte

Ziel

Die Sharing Economy hat zunehmend an wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung gewonnen. Heute berührt sie unser Leben in grundlegender Weise, einschließlich des Wohnungswesens und des Wohnungsmarktes. Wohnungsbestände, die einst für die langfristigen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt bestimmt waren, werden heute als Ferienhäuser genutzt und kurzfristig an Touristinnen und Touristen, Besucherinnen und Besucher und Reisende vermietet. Insbesondere in Zeiten des Stadtwachstums, steigender Mieten und angespannter Wohnungsmärkte trägt diese Entwicklung zu einer zunehmenden Herausforderung für den städtischen Wohnungsbau bei. Die spezifischen Bedingungen und Entwicklungen in den Städten führen dazu, dass sich die Sharing Economy in jeder Stadt unterschiedlich entwickelt. In diesem Zusammenhang ergreifen einige Städte individuell angepasste Maßnahmen, um das Ausmaß der Sharing Economy im Kontext des jeweiligen Wohnungsmarktes zu steuern. Fehlende Berichterstattung durch Airbnb und andere Anbieterinnen und Anbieter von Kurzzeitmietwohnungen sowie Angebots- und Nachfrageschwankungen sind zusammen mit dem globalen Immobilienmarkt die Ursache für einige der vielen Hindernisse, denen sich die Städte bei der Analyse und effektiven Reaktion auf die Entwicklung von Kurzzeitmietwohnungen gegenübersehen.

Dieses Projekt konzentriert sich daher auf die Wechselwirkung zwischen Kurzzeitmieten auf dem Wohnungsmarkt und den Maßnahmen, die von den Städten ergriffen werden, um Ausgewogenheit und Kontrolle zu erreichen, sowie auf die Frage, wie die Effizienz solcher Maßnahmen gemessen werden kann. Von konzeptionellem Interesse ist dabei auch, inwieweit "Schwarm-Phänomene" wie virtuelle Plattformen mit direktem Zugang zur Verteilung von Ressourcen mit physisch begrenzten Märkten - in diesem Fall dem Wohnungsmarkt - mit den strategischen Zielen und planerischen Maßnahmen der Städte mit Hilfe der vorhandenen Instrumente der Planungssteuerung in Einklang gebracht werden können. Hierfür werden sieben deutsche Städte verglichen, gefolgt von neun weiteren europäischen Städten. Das Forschungsprogramm umfasst eine quantitative Tiefenanalyse des Wohnungsmarktes, der Bevölkerung und der Tourismusdaten. Darauf aufbauend wird das Ausmaß der kurzfristigen Vermietungen auf den lokalen Wohnungsmärkten mit Hilfe der erhobenen Daten zu den Airbnb-Mieten explizit ermittelt. Anhand eines QCR-gestützten Vergleichs der Fallstudienstädte wird bewertet, inwieweit die getroffenen Maßnahmen kurz- und langfristig für eine effektive Regulierung der Kurzzeitmieten geeignet sind. Dies wird einerseits zu einem besseren Einblick in die verschiedenen Formen der Regulierung und zu Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen führen. Zum anderen wollen wir einen Beitrag zum allgemeinen Diskurs über die planerischen Steuerungsmöglichkeiten der Sharing Economy leisten.

 

Airbnb und Co. - Das Geschäft mit dem Teilen

Kaffeetasse und Tablet © ILS  

In der vierten Ausgabe dieser Reihe geht es um das aktuelle Thema „Airbnb und Co.“ Die ursprüngliche Idee, einen temporär frei gewordenen Couchplatz zu teilen, wandelt sich zunehmend in ein professionelles Geschäftsmodell, bei dem einzelne Zimmer und Wohnungen über das gesamte Jahr tage- und wochenweise vermietet werden. Die Autor/-innen aus der ILS-Forschungsgruppe „Raumbezogene Planung und Städtebau“ und von der TU Dortmund gehen daher den Fragen nach, welchen Einfluss solche Kurzzeitvermietungen auf städtische Strukturen haben, wie die Corona-Pandemie sich auf diesen Markt auswirkt und welche Regulierungs- und Handlungsmöglichkeiten es für Städte gibt.

Publikationen in Vorbereitung:

Bedingungen für die Einführung einer Regelung für kurzfristige Vermietungen 

Zeitschrift Critical Housing Analysis (Autmn 2020)

Jan Polívka, Vilim Brezina, Martin Stark, Sophie Doerner, Diane Matuschek

Kurzfassung 

Die meisten Städte in den großen Agglomerationen Europas begannen, dem Anstieg der Kurzzeitmieten von Wohnraum durch Verordnungen zu begegnen, um ihren lokalen Wohnungsbestand zu schützen. Die Einführungsdynamik solcher Regulierungsansätze lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. In diesem Artikel werden verschiedene Bereiche im Zusammenhang mit Kurzzeitvermietungen untersucht, um (strukturelle) Auslöser oder Bedingungen aufzudecken, die notwendig und ausreichend sind, damit die Kommunen mit der Regulierung ihres Wohnungsmarktes beginnen können. Die Studie basiert auf der systematischen Untersuchung der Auswirkungen dieser Auslöser und ihrer Kombinationen auf die Einführung von Regelungen für kurzfristige Mietzahlungen mit Hilfe einer qualitativ vergleichenden Analyse (QCA). Mit dieser Methode untersuchen wir die Umsetzung oder Nicht-Umsetzung der Regulierung für eine Stichprobe der deutschen Großstädte. Die Ergebnisse legen einen universellen Satz von Bedingungen nahe, der drei zentrale Bereiche abdeckt: die Wohnungsmarktsituation, die Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt und die Nachfrage nach touristischen Unterkünften. 

Wissenschaftlicher Partner:

  • ILS Forschungsbereich Raumplanung und Städtebau
  • TU Dortmund Schule für Raumplanung
  • Lehrstuhl für Raumplanung und Umweltrecht